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Grund- und Mittelschule Leidersbach

Grund- und Mittelschule Leidersbach

Geschichte - Schule im "Grund"

Allgemein
Genauere Unterlagen über das Schulwesen im "Grund" liegen relativ spät vor. Es wäre eine lohnende Aufgabe, die Ursprünge der Schulen noch genauer zu erforschen.
In diesem ersten Beitrag soll begonnen werden, die Schulgeschichte näher zu beleuchten. Er wird von Zeit zu Zeit ergänzt, so wie die Zeit es zulässt.
Auf Vollständigkeit erhebt dieser Artikel daher keinen Anspruch.
Der Chronist Alfons Wolf führt in seiner sehr detaillierten Leidersbacher Chronik ausführlich aus, wie die vier Grundgemeinden trotz ihrer großen finanziellen Not sich bemühten, die Bildungsgrundlage ihrer jungen Ortsbürger zu bewerkstelligten.
Im Einzelnen sollen jetzt die schulischen Ursprünge der vier Orte ab den 18. Jahrhundert beleuchtet werden. Weitere Forschungen werden noch folgen.
Das Schulwesen unterstand dem Kurfürstentum Mainz. Die kirchliche Aufsicht bestand sogar bis nach dem 1. Weltkrieg, genau bis 1919, erst dann wurde die kirchliche Aufsicht aufgehoben und die staatliche Schulbehörde als Aussichtsbehörde übernahm diese Aufgabe.
Für unsere Gemeinden führte in den Anfängen dieser Chronik diese Aufgabe das sog. erzbischöfliche Commissariat Aschaffenburg aus. Üblich war, dass der örtliche Pfarrer die Dienstaufsicht ausübte.
Nebenbei: der Lehrer musste sich beim Geistlichen „abmelden“, wenn er den Ort verlassen wollte.
In den folgenden Zeilen soll auf die Anfänge der Schulsituation in den damals 4 selbstständigen Orten eingegangen werden.
Allerdings liegen für das letzte Jahrhundert nur ausführliche Unterlagen von der Schule in Leidersbach vor, in den anderen Orten kann man nur sporadisch Unterlagen finden.
Vielleicht können diese Lücken noch ausgefüllt werden. Mal schau`n!!

Ebersbach
Bis zum Jahre 1789 wurden die Kinder in Ebersbach unterrichtet.
Von 1789 bis 1807 fand der Schulunterricht für die Kinder beider Orte in Leidersbach statt. Als Leidersbach eine neue, größere Schule bauen wollte, weil die Räumlichkeiten zu beengt geworden waren, weigerten sich die Ebersbacher einen Beitrag zu leisten.
Ab dem Jahre 1807 fand daher der Unterricht wieder in Ebersbach statt. Standort der Schule dürfte die ehemalige Scheune des Gasthauses "Hilar" gewesen sein. In bescheidenen Verhältnissen erhielten die Kinder hier bis 1898 ihre schulische Grundbildung.
Vermutlich waren die Räumlichkeiten wieder zu klein, so dass die Schule in das Gemeindehaus am "Scharfeck" übersiedelte. Dieses Haus wurde 1959 zuerst an die Raiffeisenbank verkauft, da die Gemeinde Geld für den Neubau der Schule in der Schulstraße benötigte. Das Haus wurde 1965 abgerissen und ist jetzt im Bauernhof Albert Hein aufgegangen. Dieses Haus diente gleichzeitig auch als Rathaus.
Bald baute man ein größeres neues Schulhaus unterhalb des Friedhofes. Bis zum Jahre 1960 erhielten hier die Ebersbacher Kinder das Rüstzeug für das Leben.
Da durch den enormen Zuzug, auch durch viele Heimatvertriebene, das einzige Klassenzimmer nicht mehr ausreichte, errichtete man in der Schulstraße ein neues zweiklassige Schulgebäude mit Lehrerwohnhaus nebenan. Das Gebäude an der Hauptstraße diente fortan als Kindergarten. Der alte Kindergarten musste bereits zu Beginn der 70-er Jahre dem Neubau des heutigen Gotteshauses weichen, der neue Kindergarten wurde aber im Kirchentrakt mit untergebracht.

Die letzte Ebersbacher Schule
Nach dem Kriege wuchs wie überall die Einwohnerzahl, so auch in Ebersbach. Die Kinderzahl machte eine 2. Schulstelle nötig, was bei dem einklassigen Schulhaus nicht möglich war. Die rund 70 Schulkinder wurden im Schichtunterricht unterrichtet.
Nach langer Vorplanung beschloss man eine neue Schule in der Schulstraße zu errichten. Großer Geldmangel machte eine großzügige staatliche Hilfe nötig. Am 12.08.1959 wandte sich der Landrat, Herr Grimm, an den Bay. Ministerpräsidenten Dr. Hanns Seidel, da die Gemeinde aus eigenen Mitteln den Neubau nicht finanzieren könne, "sich einzusetzen, dass in diesem Falle der sonst übliche Förderungssatz an Staatsbeihilfe zur Schließung der Finanzierungslücke etwas erhöht wird ..".
Da Ministerpräsident ein gebürtiger Aschaffenburger und gleichzeitig ein „Duz-Freund“ von Pfarrer Josef Fäth war, konnte das Bay. Oberhaupt nicht anders und befürwortete eine großzügige Förderung. So konnte endlich das Projekt begonnen werden und die Ebersbacher Schüler erhielten ein für damalige Verhältnisse „modernes, gut ausgestattetes Schulhaus, das die Probleme bis ins nächste Jahrhundert löst“, wie man annahm.
Die erstellte Finanzierung sah wie folgt aus:

Eigenmittel 12.400.- DM
Darlehen-Sparkasse 95.000.- DM (später 113.000.- DM)
Verkauf des Rathauses 13.000.- DM
Staatszuschuss insgesamt 57.600.- DM
Gesamtsumme 178.000.- DM
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Tatsächlich entstanden Kosten in Höhe von 187.818,74 DM.
Das Darlehen war innerhalb von 30 Jahren zurückzuzahlen. Die letzte Rate beglich die Gemeinde Leidersbach erst 1989, also 17 Jahre nach Bildung der Gesamtgemeinde Leidersbach.
Seit dem Neubau der Schule in den "Stauden" 1975 wird dieses Gebäude privat genutzt. Kurzfristig diente es während des Baues der neuen Kirche als Kindergarten. Zurzeit wechseln die Besitzer und die Nutzungsart häufig.

Leidersbach
In Leidersbach wurde erstmals im Jahre 1768 ein Lehrer genannt, als er um einen Teil seines Lohnes - das Kirchenkorn - kämpfte. Er berief sich darauf, dass er dieses Kirchenkorn schon seit 14 Jahren, also seit 1754, erhalte.
1777 wird mit Michael Adami erstmals ein Lehrername erwähnt, der die Leidersbacher Schulstelle an seinen Sohn Franz Anton Adami "vererbte". Dieser "besserte" sein karges Salär dadurch auf, in dem er in eine Mühle einheiratete. Am 4. Mai 1783 kündigte er seine „Resignation als Lehrer“, unter der Bedingung an, dass der neue Lehrer seine Schwester heiraten würde und seine Mutter bis zum Lebensende versorgen würde. Er selbst wollte nur noch die Mühle, Krebsmühle, betreiben. Allerdings waren Gemeinde und Pfarrer Schmitt aus Obernau, als Aufsichtsbehörde, damit nicht einverstanden und schlugen vor, Lehrer Wilhelm Staab aus Volkersbrunn mit der Schulstelle in Leidersbach zu betrauen. Dieser wollte allerdings die Bedingungen von Lehrer Adami nicht erfüllen, Heirat der Schwester + Versorgung der Mutter, so dass Michael Adami die Lehrerstelle behalten wollte. Nach langen Verhandlungen und div. Eingaben wurde Lehrer Wilhelm Staab abgelehnt, allerdings erhielt auch Michael Adami die Lehrerstelle nicht mehr zurück, sondern ab 1783 wurde die Lehrerstelle an Christoph Enders übertragen, der vermutlich die Bedingungen von Michael Adami erfüllte.
Wie bereits unter Ebersbach erwähnt, wurden die Kinder aus Ebersbach und Leidersbach von 1789 bis 1807 gemeinsam in Leidersbach unterrichtet. Da die Räumlichkeiten mehr als dürftig und zu klein waren, plante man eine neue Schule für beide Orte zu bauen, was aber nicht durchzusetzen war, weil Ebersbach lieber selbst eine Schule errichten wollte, bevor es in Leidersbach mitzahlte.
Im Jahre 1810 entstand der Neubau in der heutigen Kolpingstraße. Dieses Schulhaus wurde 1880 erweitert. Das stattliche Schulgebäude enthielt zusätzlich noch eine Lehrerwohnung, ein Kaplanzimmer und ein Bürgermeisterzimmer.
Auch in Leidersbach wuchs durch die vielen Heimatvertriebenen die Schülerzahl enorm an. In der sehr umfangreichen Leidersbacher Schulchronik ist aus dieser Zeit zu lesen, dass erst im Oktober 1945 der Schulbetrieb wieder anlief. Die 2 Lehrkräfte, Schulleiter Herr Schmitz und Lehrerin Frau Büdel, unterrichteten 234 Schülerinnen und Schüler. Für den Unterricht standen 40 Lese- und 50 Rechenbücher zur Verfügung. Im Laufe des Schuljahres kamen als Lehrerin Frl. Fischer, eine Heimatvertriebene, und der Schulhelfer, Herr Bock, dazu.
Die neue (alte) Leidersbacher Schule - jetzt Rathaus
Auch in Leidersbach herrschte bald Platzmangel. Man musste deshalb eine räumliche Verbesserung anstreben. Ab Januar 1952 plante man auf Initiative von Pfr. Josef Fäth mit Nachdruck einen Neubau.
Sehr schnell konnte das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. Bereits am 5. Juli 1953 war die offizielle Grundsteinlegung. Dank der tatkräftigen Mithilfe der Ortsbürger konnte bereits am 6. Oktober 1953 das Richtfest gefeiert werden. Nachdem zum Schuljahresbeginn 1954 die Räume nicht fertig gestellt waren, konnte erst am 7. November 1954 die Schulhauseinweihung im Beisein zahlreicher Prominenz der Umzug freudig gefeiert werden. Am Nachmittag des 8. November 1954, nachdem die Schüler selbst umgeräumt hatten, wurde erstmals in den neuen Räumlichkeiten Unterricht erteilt.
Laut Abrechnung vom 21. März 1956 entstanden folgende
Schulbaukosten
Eigenmittel: 105.932,07 DM
Ortsbürger-Spenden: 9.930.- DM
Zuschüsse: 60.000.- DM
Darlehen 119.000.- DM
Gesamtkosten: 294.862,07 DM
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Bis zum Neubau in den Stauden waren hier 6 Klassenzimmer, Schulküche, Werkraum, Lehrerzimmer und die Gemeindeverwaltung untergebracht.
Seit 1975 dient die letzte Leidersbacher Schule als Rathaus, zeitweilig als Post und Bauhof, ebenfalls ist jetzt die Gemeindebücherei dort untergebracht.
Neben dem Rathaus baute 2007 die Sparkasse ein neues Gebäude für den Kassenbetrieb, Erweiterung der Bücherei; Cafe etc.

Roßbach
In diesem Ortsteil wurde im Jahre 1773 mit Johann Henrich Rittinger erstmals ein Lehrer genannt. Er schrieb zu der Zeit einen Bittbrief an den Erzbischof in Mainz, dass „er als Schulmeister am Ort Roßbach einer Filiale Kleinwallstadt von der Hochwürdigen Geistlichkeit, Herrn Oberkeller zu Aschaffenburg und der ganzen Gemeinde“ eingesetzt worden sei. Er bemängelte, dass das gemeindliche Schulhaus keinen Viehstall habe. Sein jährliches Salär betrage nur 18 fl.. Hiervon und von dem Ertrag seiner wenigen Güter müsse er Frau und Kinder ernähren, wobei erschwerend noch hinzu käme, dass er „Glöcknerei, Gottesdienste, Betstunden, Krankendienst , Sommer- und Winterschule auch bewältigen müsste. Er bittet um Hilfe und Zuwendung, dass er einen kleinen Stall für 25 fl. Auf Kosten der Gemeinde bauen dürfe. Sein Wunsch und Beschwerde wurde weitgehend abgelehnt, denn „der Bittsteller habe bei Dienstantritt gewusst, aus was er sich einlasse“. Ergänzend wurde vom Oberkeller aus Aschaffenburg angeführt, dass die Gemeinde Roßbach noch einige Schulden zu bewältigen hätte und neue Schulden nicht zu verantworten seien.
Das Schulhaus dürfte das sog. Schmollerhaus neben der Kirche gewesen sein, das 1927 der Kirchenerweiterung zum Opfer fiel. Da der Ort größer geworden war, baute man 1896 eine neue Schule. Dieses Gebäude diente bis zum Schulhausneubau in den Stauden als Bildungsstätte für die Roßbacher Kinder.
Das Schmollerhaus wurde bis 1927 als Kindergarten genutzt, bis aus finanzieller Not diese Einrichtung geschlossen werden musste.
Im Schulhaus auf dem "Schulhof" fand nach dem Umzug ins neue Schulgebäude in den Stauden von 1975 bis 1979 der wieder errichtete Kindergarten eine erste Unterkunft. Dann zog der Kindergarten in das auf Initiative von Pfr. Alfred Rosenberger gebaute Pfarrzentrum - eingeweiht 1979 - um. Hier fand er eine neue, bessere Heimat mit großzügigen, modernen Räumlichkeiten.
Im Jahre 1985 wurde das Schulhaus Roßbach abgerissen. An seiner Stelle steht jetzt das 1987 errichtete Feuerwehrhaus.
Die Eisenträger der Roßbacher Schule wurde als Denkmal auf dem Pausehof der neuen Schule in den Stauden als „Verbindung zur alten Schule“ aufgebaut.

Volkersbrunn
Bereits im Jahre 1767 wurde als Lehrer Herr Philipp Staab genannt. Lehrer Staab beschwerte sich beim erzbischöflichen Commissariat Aschaffenburg, dass die Gemeindevertreter aus seinem Schulhaus Türen und Fenster ausgebaut hätten. Mit Androhung einer Fiskalstrafe von 10 Rhtl. Wurde die Gemeinde verpflichtet, Türen und Fenster wieder einzubauen.
Der Standort der Schule ist nur schwer nachweisbar. Er dürfte laut Unterlagen in der Nähe der Kirche - jetziges Kriegerdenkmal - gelegen haben. Im Laufe der Zeit wurde mehrmals der schlechte Zustand des Hauses und des Klassenzimmers bemängelt.
Die Vorplanung zog sich wegen des Geldmangels lange dahin. Da suchte – wie es in der Schulchronik Vokersbrunn steht - Oberlehrer Ehrhard Prinzregent Luitpold im Sommer 1908 auf, der zu der Zeit auf der Jagd in Rohrbrunn weilte, und bat um eine großzügige Spende für den Bau einer neuen Schule. Er muss so überzeugend gewesen sein, dass er sofort 5.000.- M erhielt. Seine neuerliche Bitte im folgendem Jahr 1908 brachte nochmals 5.000.- M Spende für die neue Schule Volkersbrunn vom beliebten Prinzregenten ein.
Im Jahre 1910 begann man mit dem Neubau - das jetzige Schulhauptgebäude – um für bessere schulische Verhältnisse zu sorgen.
Letzte Schulhauserweiterung
Auch Volkersbrunn musste nach dem Kriege viele Heimatvertriebene aufnehmen, so dass ein einziges Klassenzimmer nicht mehr ausreichte.
Unter Bürgermeister Hermann Wörner wurden nach längerer Vorplanung 1964 durch den Anbau für ein zweites Klassenzimmer und einen Turnraum ausreichende Räumlichkeiten geschaffen. Auch in Volkersbrunn mangelte es - wie überall - an Geld. Deshalb bat man ebenfalls um großzügige Unterstützung durch den Staat.
Die Finanzierung sah wie folgt aus:
Eigenleistung: 13.103,86 DM
Zuschüsse: 55.000.- DM
Darlehen: 154.200.- DM
Gesamtkosten: 222.303,86 DM
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Da die veranschlagten Kosten um 82.103,86 DM überschritten worden waren, mussten mehrere Nachtragshaushalte beschlossen werden.
Die staatliche Hilfe wurde deshalb um 25.000.- DM aufgestockt.
Nachdem das neue Schulhaus in den Stauden nur für die 1. - 6. Klassen
vorgesehen war, waren bis zur Schulhauserweiterung 1984 in der Staude in Volkersbrunn noch bis zu 3 Klassen ausgelagert.
Anschließend wurde das Schulhaus von der Feuerwehr als Proberaum der Volkersbrunner Musikanten und als Requisitenraum für das Hutzelgrundtheater genutzt.
Nachdem mit dem Dorfgemeinschaftshaus neben der Kirche für alle Volkersbrunner Vereine großzügerige Räumlichkeiten geschaffen worden sind, wurde die alte Schule an einen Privatmann verkauft, der diese als Wohnung und für seinen Musikhandel benutzt.
Verbandsschule der Grundgemeinden

In den 60-er Jahren gab es überall eine große Bildungsoffensive. Der Slogan: "allen Kindern die gleiche Chance" bedeutete, dass die kleinen Dorfschulen, in denen oft die 1. - 8. Klasse gemeinsam ohne Fachräume unterrichtet wurde, zu Verbandsschulen zusammengelegt werden sollten.
Mit Schreiben vom 14. Juli 1964 wurden die Grundgemeinden aufgefordert, "Vorschläge zur Verbesserung der Schulverhältnisse auf dem Land" zu machen. Dies bedeutete konkret, die vier Grundgemeinden sollten eine gemeinsame Verbandsschule gründen. Ziel war gleichzeitig, durch entsprechende Baumaßnahmen die Fachräume und eine Turnhalle zu errichten. Zunächst stimmten aber am 15.10.1964 die Roßbacher Eltern und am 17.11.1964 die Roßbacher Bürger mit einem Nein dagegen. Im Gegenteil, in Roßbach wurde bei der Erschließung "Mitteldorf" ein neues Schulgelände ausgewiesen. Später erwies sich diese Planung gegen den Wunsch der Regierung als Glücksfall, denn dadurch konnte auf diesem schönen Gelände das Pfarrzentrum mit Kindergarten errichtet werden.
In Leidersbach stieß der Wunsch der Regierung am 18.11.1965 ebenfalls auf Ablehnung.
Nach vielerlei Bemühen der Schulleiter Josef Schmitz in Leidersbach, Helmut Suckfüll in Ebersbach, vor allem aber Gerhard Hofmann in Roßbach bildeten zunächst die 3 Grundgemeinden am 01.11.1967 eine Verbandsschule, was sofort - mitten im Schuljahr - umgesetzt wurde. Mit etwas Verzögerung schloss sich Volkersbrunn zum Schuljahresbeginn 1969 der Verbandsschule an. Sicherlich erschwerten die Neubauten - Leidersbach 1954; Ebersbach 1960; Volkersbrunn 1964 -, die mit großem Opfer der Bürger errichtet worden waren, die Einsicht, eine gemeinsame Verbandsschule zu bilden, um in Jahrgangsklassen bessere Bildungsmöglichkeiten zu schaffen.
Ein gemeinsamer Schulhausbau stand bei vier selbstständigen Gemeinden noch in weiter Ferne, denn die Platzfrage war nicht so einfach zu lösen.
Der politische Zusammenschluss der 4 Gemeinden zum 01.01.1972 erleichterte die Planung. Inzwischen hatten sich die Schulbaurichtlinien geändert, so dass für Leidersbach nur noch eine Grundschule vorgesehen war. Die Hauptschule sollte zusammen mit Sulzbach dort errichtet werden. Nach zähen Verhandlungen erreichte man wenigstens, dass eine Grund- und Teilhauptschule I (1.-6. Klasse) genehmigt wurde. Am 07.08.1973 erhielt man "grünes Licht" zum Bau der neuen Schule. Es wurde ein Zuschuss in Höhe von ca 70 Prozent in Aussicht gestellt. Architekt Otto Abb aus Trennfurt wurde mit der Planung beauftragt. Erster Spatenstich war bei "nasskaltem Wetter" am 18.01.1974 im Beisein zahlreicher Prominenz. Bereits am 03.08.1974 konnte im Rahmen des Heimatfestes das Richtfest gefeiert werden. Genauso schnell ging der Innenausbau voran. Bereits am 23.08.1975 fand die Einweihung statt. Der Schulbetrieb konnte ordnungsgemäß im September 1975 in den neuen Räumen beginnen.
Da Sulzbach aber aus Platzmangel die 7. - 9. Klassen nicht aufnehmen konnte, mussten zwei Klassen nach Volkersbrunn ausgelagert werden; einige Klassen wurden in "Notbehelfsräumen" im neuen Schulhaus untergebracht. Aber insgesamt hatte man fast optimale Schulverhältnisse. Da aber nur für 1. - 6. Klassen gebaut worden war, mussten unsere Hauswirtschaftsschülerinnen und -schüler zum Unterricht nach Sulzbach fahren, was große Kosten und Probleme beim Stundenplan verursachte.
Die vielen Schwierigkeiten der ganzen Planung und Ausführung sind im Interview des Rektors a.D. Gerhard Hofmann in der Schulfestschrift von 2005 – 30 Jahre „Hochschule“ - ausführlich nachzulesen.
Hauptschule gesichert!?!?
Nach vielerlei Bemühungen - vor allem durch den unermüdlichen Einsatz von MdL Ludwig Ritter - konnte erreicht werden, dass im Juli 1980 die frohe Botschaft in Leidersbach eintraf, der Bay. Landtag hat beschlossen, Leidersbach behält die Hauptschule. Auflage war allerdings, die entsprechenden Räumlichkeiten umgehend zu schaffen, d.h. 6 zusätzliche Klassenzimmer, 4 Gruppenräume, Küche, Handarbeitsraum, div. sanitäre Einrichtungen, Lagerräume und eine zweite Turnhalleneinheit.
Im Dezember 1982 beschloss der Gemeinderat, die Schule entsprechend zu erweitern; der Ausbau der Festhalle zur Mehrzweckhalle wurde vorerst zurückgestellt. Trotz kontroverser Diskussionen gingen die Planungen - ebenfalls durch Architekt Otto Abb - zügig voran. Richtfest konnte im Mai 1984 gefeiert werden. Nach der üblichen Bauverzögerung konnte am 29.11.1985 mit der Einweihung der Erweiterungsbau seiner Bestimmung übergeben werden. Mitten im Schuljahr wurde der Umzug vollzogen. Endlich verfügte auch die Leidersbacher Schule über zeitgemäß optimale Schulverhältnisse.

Ausbau der Mehrzweckhalle
Es dauerte allerdings noch einige Zeit, bis nach kontroversen Diskussionen die verpflichtend benötigte zweite Turnhalleneinheit, die durch den Ausbau der Festhalle zur Mehrzweckhalle geschaffen werden sollte, errichtet werden konnte. Erst im Jahre 1988 wurde diese Baumaßnahme durchgeführt .
Die schulische Feuertaufe bestand die neue Mehrzweckhalle im Juni 1988 mit dem Endspiel um die Bay. Handballschulmeisterchaft der Mädchen zwischen
Dante-Gymnasium München - VS Leidersbach,
das leider 16:9 verloren wurde. Jetzt verfügte auch die Volksschule Leidersbach über entsprechende Sportstätten. Um die vielen sportliche Erfolge unserer Schule zu sichern, war diese große Sporthalle dringend nötig.
Aber auch die vielen Ortsvereine erhielten hier endlich den benötigten Spiel- und Trainingsraum.

30 Jahre "Hochschule"
Mit diesem Begriff "Hochschule" wird die explizite Lage auf dem Berg gerne umschrieben. Für über 2.000 Schulneulinge seit dieser Zeit begann hier der Ernst des Lebens. Ebenfalls dürften durch Zuzug ca 800 Schulkinder dazu gekommen sein, so dass auf dem Berg bis jetzt fast 3.000 junge Menschen ihr Rüstzeug für`s Leben erhielten.

Rektoren in den mehr als 30 Jahren waren:
bis 31.01.1989 Gerhard Hofmann
01.10.1988 bis 31.01.1989 kommissarisch Franziska Schneider
01.02.1989 - 31.07.1992 Franziska Schneider
01.08.1992 - 31.07.2006 2006 Ludwig Adrian
01.08.2006 - 10.09.2006 kommisarisch Valentin Zehnter
11.09.2006 – 13.05.2007 Helga Sauer
14.05.2007 - 31.10.2007 kommisarisch Valentin Zehnter
01.11.2007 - heute Michael Büttner

Konrektoren waren:
bis 1980 Hans Klein
1980 - 1988 Franziska Schneider
1989 - 1992 Ludwig Adrian
1993 - 2008 Valentin Zehnter
2008 - 2013 Matthias Langer
2014 - heute Matthias Rauscher

Viele junge Menschen erwarben hier das Wissen für den Beruf und das Leben. Auch viele Junglehrer wagten die ersten Schritte in ihrem Beruf an unserer Schule. Eine Auflistung aller Lehrkräfte dieser 25 Jahre finden Sie in der Broschüre „30 Jahre Hochschule“.

Fazit
Durch den Zusammenschluss und den Neubau erhielten die Kinder bessere Ausbildungschancen. Doch gilt es auch weiterhin, durch neue Bildungseinrichtungen - wie Informatikräume etc. - den höheren Anforderungen, die an die jungen Menschen in der Berufswelt gestellt werden, gerecht zu werden. Dazu werden hoffentlich immer engagierte Lehrkräfte, bildungswillige Schülerinnen und Schüler und ein für die Bildung unserer "Hochschule" aufgeschlossener Gemeinderat aktiv sein.

zusammengestellt: Valentin Zehnter

Leidersbach; Stand Oktober 2014

Staudenweg 31
63849 Leidersbach
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